Beginne mit der Leistung, die du tatsächlich lieferst
Erfasse Vorbereitung, Durchführung, Abstimmung und Nacharbeit. Ergänze Material, externe Leistungen und direkt zurechenbare Kosten. Auch Zeit, die nicht separat auf der Rechnung steht, bindet Kapazität.
Ein bewusst vereinfachtes Beispiel
Angenommen, eine Leistung kostet 1.000 € netto und verursacht 250 € variable Kosten. Der Deckungsbeitrag vor Fixkosten beträgt 750 €. Werden insgesamt zehn Arbeitsstunden benötigt, sind das 75 € je eingesetzter Stunde zur Deckung weiterer Kosten und des Gewinns. Das ist noch kein Stundenlohn und kein Nettogewinn.
Marge ist nicht dasselbe wie Aufschlag
Im Beispiel entsprechen 750 € Deckungsbeitrag bei 1.000 € Umsatz einer Deckungsbeitragsmarge von 75 %. Ein prozentualer Aufschlag auf Kosten verwendet eine andere Bezugsgröße. Wer beides verwechselt, kann sich profitabler rechnen, als das Angebot tatsächlich ist.
Prüfe danach die Kapazität
Wie häufig kannst du die Leistung realistisch verkaufen und liefern? Welche Zeit benötigst du für Vertrieb, Verwaltung und Entwicklung? Ein Preis muss nicht nur pro Auftrag sinnvoll sein, sondern auch zum gesamten Geschäftsmodell passen.
Was Premium zusätzlich verlangt
Die Kalkulation zeigt deine wirtschaftlichen Grenzen. Ob Kunden einen Preis akzeptieren, hängt außerdem vom relevanten Nutzen, der wahrgenommenen Qualität, Alternativen und Vertrauen ab. Positionierung und Angebot sollten diesen Wert verständlich machen.
Rechne mit deinen eigenen Zahlen
Nutze den vorhandenen VR-Agency-Preisrechner als Arbeitsgrundlage. Wenn deine Zahlen und dein Marktauftritt unterschiedliche Geschichten erzählen, kann eine gezielte Beratung helfen, Preisstruktur und Angebot gemeinsam zu prüfen.
Das Rechenbeispiel auf einen Blick
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Nettoerlös | Verkaufspreis ohne Umsatzsteuer | 1.000 € |
| Variable Kosten | Direkt zurechenbare Kosten | 250 € |
| Deckungsbeitrag | 1.000 € − 250 € | 750 € |
| Deckungsbeitragsmarge | 750 € ÷ 1.000 € × 100 | 75 % |
| Deckungsbeitrag je Arbeitsstunde | 750 € ÷ 10 Stunden | 75 € |
Die 750 € müssen noch die nicht berücksichtigten Fixkosten und den Gewinn decken. Die 75 € je Stunde sind deshalb weder Nettogewinn noch persönlicher Stundenlohn.
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